“Das Event insgesamt war fantastisch. Wir durften in einem der schönsten Segelreviere segeln, umgeben von Bergen, begleitet von Orcas, Delfinen und Robben. Es war ein unvergessliches Erlebnis, das uns sowohl sportlich als auch persönlich bereichert hat.” – ein Teambericht
Erste Tage bei der J24-WM in Seattle
Die ersten Tage bei der J24-Weltmeisterschaft standen voll im Zeichen der Vorbereitung. Direkt nach unserer Ankunft in Seattle haben wir uns um unser gechartertes Boot „Itchy & Scratchy“ gekümmert. Das Unterwasserschiff war ziemlich rau, also hieß es erstmal schleifen und polieren, bis es wieder spiegelglatt war – schließlich wollen wir da draußen Geschwindigkeit machen! Zum Glück war das Vermessen der Boote und Segel schon erledigt, was uns ne Menge Stress ersparte und uns Zeit gab, Seattle Downtown zu erkunden. Highlight dabei? Ganz klar das Baseballspiel der Seattle Mariners. Echt coole Erfahrung!
Für die Regatta gab’s eine technische Neuerung: Das neue Kompass-System „Vakaros“ wurde an alle Teilnehmer ausgegeben. Komplett anders als das, was wir gewohnt sind! Es hat GPS und ist direkt mit dem Startschiff verbunden, sodass uns unser Abstand zur Startlinie auf dem Display angezeigt wird – kein ewiges Pingen mehr. Sogar Frühstarts zeigt das System an, indem es rot blinkt, und das Racekomitee hat den Überblick über alle Boote auf einmal. Echt eine geniale Sache, die uns vor dem Start einiges an Nerven und Zeit spart.
Am Samstag, den 28. September 2024, sind wir das erste Mal zum Testen raus auf die Shilshole Bay, ein schönes Binnengewässer, das sich direkt in den Pazifik öffnet. Robben und Delfine sind uns beim Segeln begegnet – das war schon ein cooler Empfang. Am 30. Oktober gab’s dann das Practice Race, um Abläufe und das Regattafeld kennenzulernen. Danach ging’s ab in den Hafen zum gemeinsamen Kennenlernen mit den anderen Teams, bei Freibier und Wein – perfekte Mischung aus entspannter Stimmung und Spannung auf die kommenden Tage.
Fazit: Der Auftakt in Seattle war richtig gut, wir haben alles am Boot klargemacht und jede Menge Spaß gehabt – jetzt kann die WM kommen!
Tag 1 – Das erste Race der J/24-WM
Der erste Wettkampftag startete eher ruhig – fast zu ruhig. Bei mildem Wetter und schwachem Wind aus Süden gab es erstmal Startverschiebung und eine gute Portion Warten. Schließlich drehte der Wind auf Norden und nahm auf 12-15 Knoten zu, während die Flutströmung ebenfalls aus Norden kam. Für uns waren die Bedingungen dadurch nicht ganz optimal, da wir aufgrund unseres Untergewichts bei etwas weniger Wind besser performen.
Trotzdem verlief das erste Race spannend, auch wenn wir am Ende auf Platz 39 von 56 Booten landeten. Die Konkurrenz hier ist echt stark, und der Kampf um gute Plätze hat gerade erst begonnen.
Nach dem Race ging es dann zurück in den Hafen zur Happy Hour, wo wir die fünf anderen U25-Teams aus Japan und den USA kennenlernen konnten. Das war wirklich mal eine coole Abwechslung, da es in Europa kaum andere Jugendteams in der J24-Klasse gibt. Sich mit anderen jungen Seglern auszutauschen und gemeinsam das WM-Feeling zu genießen, hat den Tag perfekt abgerundet. Jetzt freuen wir uns auf die nächsten Tage und hoffen auf etwas weniger Wind!
Tag 2 – Ein Marathon auf dem Wasser
Am zweiten Wettkampftag wurde ordentlich Gas gegeben – insgesamt sind wir vier Rennen gefahren, weil für die kommenden Tage nur wenig Wind vorhergesagt wurde. Das hieß: ein langer Tag auf dem Wasser, von 11 Uhr bis 19 Uhr! Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt – wir konnten sogar einen starken 6. Platz heraussegeln, was uns nach dem gestrigen Ergebnis nochmal ordentlich motiviert hat.
Nach diesem Marathon-Tag wartete wie jeden Abend ein Event auf uns. Diesmal fand es im lokalen Museum statt, das extra für uns geöffnet wurde. Es gab ein Gala-Essen mit Wein und Bier, und es war eine tolle Gelegenheit, sich mit den anderen Teams auszutauschen und ein wenig zu entspannen.
Am Abend sind wir dann völlig erschöpft, aber zufrieden ins Bett gefallen. Ein unvergesslicher Tag voller Highlights und toller Erfahrungen – wir freuen uns, wie’s weitergeht!
Tag 3 – Vorletzter Tag der WM und ein harter Rückschlag
Der vorletzte Wettkampftag der WM begann vielversprechend. Wir haben drei Rennen geschafft und waren bereit, nochmal alles zu geben. Die Ergebnisse? Ein 34. Platz und ein 23. Platz in den ersten beiden Rennen – das war solide, und wir fühlten uns gut. Doch im letzten Rennen des Tages drehte der Wind plötzlich völlig ab und fiel auf 0 Knoten. Kaum zu glauben, dass die Wettfahrtleitung das Rennen trotzdem weiterlaufen ließ!
Leider waren wir bei diesen Bedingungen auf der falschen Seite des Amwindkurses und landeten weit hinten im Feld. Auf dem Zielkurs mit Spi ging fast gar nichts mehr, und unser Speed pendelte sich bei 0,1 Knoten ein. Da saßen wir und trieben vor uns hin, während sich unsere Stimmung zunehmend verschlechterte. Am Ende kamen wir auf einem enttäuschenden 53. Platz ins Ziel.
Niedergeschlagen und genervt ging’s zurück in den Hafen – und dann machte auch noch unser Motor Ärger! Freibier gab es heute für uns keins. Stattdessen haben wir uns in unser Apartment verzogen und uns der Theorie gewidmet. Hoffentlich bringt der letzte Tag wieder Aufwind, denn die Motivation hat heute echt gelitten.
Tag 4 – Letztes Rennen und ein versöhnlicher Abschluss
Nach einem guten Schlaf und mit neuer Motivation ging es an den Start des letzten Rennens dieser WM. Wir wollten heute nochmal alles rausholen! Die Windbedingungen spielten uns endlich in die Karten, und unsere Theoriearbeit vom Vorabend zahlte sich aus. Mit konzentrierter Teamarbeit und cleverer Taktik segelten wir auf einen zufriedenstellenden 17. Platz und überquerten das Ziel mit einem guten Gefühl.
Am Ende landeten wir in der Gesamtwertung nach 9 Rennen auf Platz 32 von 56 –okay, aber definitiv noch ausbaufähig. Trotzdem sind wir stolz auf das, was wir erreicht haben, und nehmen viele Erfahrungen mit.
Das Event insgesamt war fantastisch. Wir durften in einem der schönsten Segelreviere segeln, umgeben von Bergen, begleitet von Orcas, Delfinen und Robben. Es war ein unvergessliches Erlebnis, das uns sowohl sportlich als auch persönlich bereichert hat.
Bericht: Team FAST FORWARD
Bilder: privat
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