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Clubboote

Der Clubrenner (von Ulrike Sebreiber)

Viele norddeutsche Vereine setzen auf die J/24 als Juniorenboot. Das Spaßgerät der Siebziger ist preiswert und problemlos trailerbar.

Wenn nach dem Klassenboss Norbert Masch ginge, würden alle Vereine von Flensburg bis zum Bodensee ihre Junioren J/24 segeln lassen. Doch so einfach ist das nicht. Zwar erkennen immer mehr Clubvorstände, dass sie ihre ehemals Jugendlichen in der finanzschwachen Phase von Ausbildung und Studium gut mit vereinseigenen Booten an sich binden, aber es mangelt noch an einer Absprache der Vereine über die optimale Klasse. Sportliche Kielboote mit einer Länge von sieben bis acht Metern halten sich durchgesetzt. Das war's mit der Einheitlichkeit. Manche Clubs setzen auf die Sportbootklasse und die Bénéteau 25. andere auf die X-79, Sprints Sport. H-Boot, AIbin Express oder eben die J/24.

Norbert Masch kann als Vorsitzender der Deutschen J/24-Klassenvereinigung den noch einen Erfolg verbuchen: Im norddeutschen Flachland hat sich die 7,32 Meter lange J/24 in den vergangenen Jahren als eines der beliebtesten Clubboote für Twens etabliert. Im Segel-Verein Wedel-Schulau, im Altonaer Segel Club und im Kieler Yacht-Club steht den Junioren jeweils eine J/24 zur Verfügung. Der Mühlenberger Segelclub, der Blankeneser Segel-Club und die Seglergemeischaft Oberdorf besitzen sogar jeweils zwei der Klassenboote.

Neu im Kreis der Vereinschiffe ist die ,,Ex Altweiß " der Elb-Segler Vereinigung. Für die Einsteiger ist auf Regatten natürlich noch kein Blumentopf zu gewinnen, aber die 1987 gegründete Klassenvereinigung bemüht sich darum, dass die Neuen, wenn schon keinen Erfolg, doch zumindest Spaß an der Sache haben und die Chance bekommen, das Einmaleins der J-Segelei zu Iernen. Klassenboss Norbert Masch: ,,Im Winter veranstalten ten wir Workshops zum Thema Trimm, Handling und Bootopflege, außerdem wird im Frühjahr immer ein Trainingswochenende auf der Alster organisiert." Gern verleiht er auch das Video „ Downwind Sailing", in dem der ahnungslose J-Aspirant nicht nur ausführlich in die Trimmtricks, sondern auch in den hierzulande gern gepflegten US-amerikanischen Slange der Klasse geführt wird. US-amerikanisch deshalb, weil die J/24 in Newport. Rhode Island ihre Wurzeln hat. Rodney S. Johmstone, der Erfinder des Bootes, zeichnete und baute dort 1976 den Prototyp der heutigen J/24.

Seine ,,Werft" war die Garage der Familie, seine .Kunden" die eigenen Kinder. Für sie wollte er ein Boot entwickeln, das schnell und leicht zu segeln ist und in die dreimal acht Meter große Garage passt. Es entstand die ,,Ragtime'*, die er am 15. Mai 1976 zu Wasser ließ . Das Boot, der Prototyp der heutigen J/24, löste schon in der ersten Segelsaison eine so großen Begeisterung aus, dass Johnstone eine Form für die Serienproduktion bauen ließ . Die J/24 mit der Rumpfnummer 2 wurde im März 1977 fertigestellt.

Konzept J-24 als Vereinsboot (Stand Januar 2004)

Folgende Vereine praktizieren teilweise seit 1989 mit einer J/24:
ASC, 3x BSC, DYC, ESV, HSC, JSC, 3x MSC, MSC/SCOe/SVFH, ROYC, SBV, SCG, SGO, 3x SVAOe, SVWS und der TSC, also insgesamt 21 Vereinsboote.

Vorteil: Durch die Stammbesatzung von 5 Personen braucht für die gesamte Saison ca. 8-10 Personen, die aus der Jolle kommen. Kosten: Der Einsatz finanzielle Mittel pro segelnde Personen ist niedrig, und sofern das Boot in Ordnung ist, sind die Erhaltungsaufwendungen niedrig. Die großen Meldegelder (Kieler Woche/German Open usw) tragen meist die Vereine.
Ansonsten gibt es meist eine Bordkasse, (z.B. Einzahlung von 15 € pro segelndes Crewmitglied per Regatta) , von der dann kleine Anschaffungen, Kranen und Meldegelder bezahlt werden.

Beim Preis für ein Gebrauchtboot zwischen 5.000 € 10.000 € zeigt sich für einen Verein eine Alternative, da ein Pirat gebraucht etwa dasselbe kostet, aber bei der J/24 5 Personen segeln können! Das Alter für Mitsegler der Vereins J24 ist meistens an das Bafög Gesetz geknüpft.(bis zum 30. Lebensjahr).

Es gibt einen Verantwortlichen für dieses Boot im Verein (meist der Steuermann). Der kümmert sich um die Mannschaft, die Vorbereitung der Winterarbeit, Materialneuanschaffungen, Meldungen der Regatten, Zusammenstellung der Crew und ist Ansprechpartner für den Jugendobmann aus dem Verein.

Einmal, meist nach der abgelaufenen Saison, trifft sich die komplette Crew mit dem Jugendobmann, um die nächste Saison und die Zusammenarbeit zu erläutern.

Die absolute Kernmannschaft (meist 5-7 Personen) zahlen an den Jugendobmann jährlich eine Bootsbenutzungsgebühr. Hierdurch sind die Segler natürlich an das Boot gebunden und können nicht „mal eben“, sondern man muß sich entscheiden und das kostet Geld.

Vom Januar bis März richtet die gesamte Crew unter Anleitung des J/24 Obmannes das Boot für die neue Saison her. Nur wer auch an der Bootsarbeit teilnimmt, findet sich natürlich auf den Regatten an Bord wieder! So lernt man auch sich für etwas zu entscheiden , an einem Projekt mitzuwirken und sich einzubringen.

Ausbildungseffekt für den Verein: Die Mannschaftsmitglieder lernen absolute Teamfähigkeit, Kommunikation, handwerkliche Reparaturen, und gerade für die Entwicklung von jungen Leuten ist dies alles auch im späteren Beruf gut zu gebrauchen! Diese „Schlüsselqualifikationen“ stellen ein gutes Rüstzeug für die Entwicklung von jungen Leuten dar.

Weitere Ausbildungsfelder sind Seemannschaft, Segeltrimm und Taktik während der Wettfahrten sowie Navigation bei Segeltouren. Ziele bei den Ausbildungstouren der Vereins J24 waren zum Beispiel Helgoland, Rund Fünen, allg. dänische Südsee.

Die Teilnahme an internationalen Regatten wie auch Europameisterschaften von Italien bis nach Schweden spiegeln die verschiedenen Nationen wieder.

Das gesamte Projekt steht und fällt, mit dem J/24 Obmann, an den erhebliche Anforderungen gestellt werden, der natürlich die materielle und personelle Verantwortung hat!

Abschließend kann man sagen, das die Klasse wie auch die Klassenvereinigung Trainingslager veranstaltet und den Neueinsteigern/Vereinen Hilfestellung bietet, da so ein großes Boot Neuland für viele Jollensegler/Trainer ist, der Transport des Bootes und die Organisation einige Anforderungen an die Mannschaft stellt.

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